Ur-Mädchenhaarbaum (Ginkgoites)
Ginkgoites (Ginkgo-Fossilien) – Merkmale und Klassifikation
Im Jahr 1919 beschrieb der Paläobotaniker Albert Seward die fossile Formgattung Ginkgoites, um Blätter zu klassifizieren, die dem heutigen Ginkgo ähneln oder eng mit ihm verwandt sind. Diese Gattung gehört zur Familie der Ginkgoaceae und war während des Mesozoikums weltweit verbreitet.
Erste Funde reichen bis in das späte Karbon zurück. Ihre größte Vielfalt und geografische Verbreitung erreichte die Gattung während der Jurazeit.
Taxonomie
- ∟ царство Plantae
- ∟ Abteilung Tracheophytes (Gefäßpflanzen)
- ∟ Unterabteilung Spermatophytes (Samenpflanzen)
- ∟ Überklasse Gymnospermae (Nacktsamer)
- ∟ Klasse Ginkgoopsida (Ginkgopflanzen)
- ∟ Ordnung Ginkgoales (Ginkgopflanzen)
- ∟ Familie Ginkgoaceae (Ginkgogewächse)
- ∟ Gattung Ginkgoites (Ur-Mädchenhaarbaum)
Morphologie
Die Blätter von Ginkgoites besaßen einen relativ langen Blattstiel und eine meist halbkreisförmige, dichotom verzweigte Blattspreite. Die Epidermis war auf beiden Seiten extrem verdickt, wobei sich Spaltöffnungen hauptsächlich auf der Blattunterseite konzentrierten.
Mikroskopische Untersuchungen zeigen, dass die Spaltöffnungen (Stomata) haplocheilig aufgebaut und von vier bis sieben stark kutinisierten Nebenzellen umgeben waren. Auf der Blattoberseite wiesen die Zellen gerade Zellwände auf, während auf der Unterseite häufig Papillen ausgebildet waren.
- Blattstiel: Deutlich ausgeprägt und vergleichsweise lang.
- Blattspreite: Halbkreisförmig mit variabler Teilungstiefe der Lappen.
- Stomata: Tief eingesenkt und durch papillenbesetzte Nebenzellen geschützt.
- Gattungsabgrenzung: Starke morphologische Ähnlichkeiten führen zu fließenden Übergängen zur fossilen Gattung Baiera.
Interessante Fakten
Die weltweiten Funde von Ginkgoites belegen die evolutionäre Beständigkeit der Ginkgo-Gewächse über Jahrmillionen hinweg. Einige besondere Fakten verdeutlichen ihre paläobotanische Bedeutung:
- Namensgebung: Der Name wurde 1919 von Albert Seward als Formgattung eingeführt, um evolutionär nahe Verwandte des Ginkgos zu gruppieren.
- Globale Präsenz: Fossilien wurden auf allen Kontinenten gefunden, unter anderem in der Porcupine-Hills-Formation in Alberta (Kanada), in Sibirien (Russland) und im brasilianischen Geopark Paleorrota.
- Artenvielfalt: Zu den bekanntesten Arten gehören Ginkgoites digitata, Ginkgoites sibirica und Ginkgoites huttoni.
Verbreitungsgebiet
- Brasilien
- Kanada
- Russland
Natürliche Varietäten
Sibirischer Ginkgo
Eine weit verbreitete fossile Ginkgopflanze aus dem Jura und der Unterkreide Eurasiens, besonders in Sibirien nachgewiesen.
Waarre-Ginkgofarn
Eine ausgestorbene Ginkgo-Art aus dem Mesozoikum von Victoria, Australien.
Südlicher Ginkgofarn
Eine ausgestorbene ginkgoide Pflanzenart aus der Unterkreide Australiens.
Vielteiliger Ginkgofarn
Eine ausgestorbene Gymnospermen-Art der Gattung Ginkgoites, die im Mesozoikum verbreitet war und durch tief geteilte, fächerförmige Blätter charakterisiert wird.
Villar-de-Seoane-Ginkgofarn
Eine fossile Ginkgopflanze aus der Unterkreide der Tico-Formation in Patagonien, Argentinien.
Quellen
- Albert Seward (1919): Fossil plants: a text-book for students of geology and botany
- GBIF (Global Biodiversity Information Facility)
- Paleobiology Database
- Wikidata-Ressourcen
Technische Information
Externe Datenbanken: GBIF
Siehe auch
Fächer-Mädchenhaarbaum
Baiera
Eine ausgestorbene Gattung der Ginkgopflanzen, die vom Perm bis zur Kreidezeit weltweit verbreitet war und …
Bitterholzbaum
Picrasma
Eine Gattung sommergrüner Bäume und Sträucher aus der Familie der Bittereschengewächse, bekannt für ihre ausgeprägte …
Humboldt-Araukarie
Araucaria humboldtensis
Eine kleine, stark gefährdete Araukarien-Art aus den rauen Bergregionen im Süden Neukaledoniens.
Echte Araukarien
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Araucaria sect. Araucaria ist eine botanische Sektion innerhalb der Gattung der Araukarien. Sie umfasst markante …